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VERRÜCKT. DUMM. LIEBE.

Eine der besseren Varianten unter den Beziehungskomödien. Steve Carell spielt das, was er neben dem Abteilungsleiter eines Büros am besten kann: den sympathischen Loser, der wieder auf Spur gebracht werden muss, in diesem Fall von niemand anders als „Drive“r Ryan Gosling. Verrückt, dumm und verliebt sind irgendwie alle in diesem Film, und das gut aufgelegte Star-Ensemble sorgt dafür, dass man auch über die ältestens Klischees und das zu vorhersehbare Ende großzügig hinwegsieht. Dass die Story an sich schon so ein wenig frauenverachtend ist kann man nicht leugnen, aber das ist doch irgendwie jede RomCom, die nur Standardklischees bedient und Frauen als eindimensionale Objekte ansieht, die jedem gutaussehenden Mann sofort verfallen und ihm alles verzeihen. „Crazy. Stupid. Love.“ ist somit durchaus guckbar, ohne das man Angst vor einem Zuckerschock haben muss.
Gut.

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DAS FLITTCHEN AUS DER GROSSEN STADT

Abgesehen von dem bescheuertsten deutschen Filmtitel und dem hässlichsten Kinoplakat seit langem: „Immer Drama um Tamara“ atmet die Luft einer Episode „Forsthaus Falkenau“ in Spielfilmlänge, in der das Mädchen aus Stadt zurückkehrt, um in Küblach allen Männern den Kopf zu verdrehen. Das ist hin und wieder ganz nett, hin und wieder eingestreute Zoten lassen den Falkenau-Rentner-Zuschauer kichern und an seine Jugend denken, aber im Grunde ist das Ganze doch sehr belanglos und wird nur von den Nebendarstellern gerettet, die, so meint man zunächst, wenig zu der Geschichte beitragen. Am Ende muss dann plötzlich alles ganz schnell gehen und der Förstersohn bekommt die Schlampe, obwohl man sich dann allen Ernstes fragt, warum er sie denn überhaupt noch will, nachdem sie das halbe Forstgebiet flachgelegt hat. Aber so sind sie, die inzestiösen Bergbewohner…
Ganz nett.

DON’T BE STUPID, BE A SMARTY, COME AND JOIN THE NAZI PARTY

Wie kann man am Broadway so richtig verdienen? Indem man einen Flop produziert und so die Investoren nicht mehr auszahlen muss. Blöd nur, wenn das Musical „Frühling für Hitler“ ein Riesenhit wird – und die Investoren aufgrund etwas zu optimistischer Versprechen gar nicht alle ausgezahlt werden könnten. Mel Brooks Erstling von 1968 lässt erkennen, in welche Richtung sein späteres Schaffen gehen wird, ist aber im Grunde nicht der Rede wert. Die Szenen mit den beiden Produzenten sind entweder langweilig oder albern, die Szenen im Theater sind wiederum hervorragend (das Casting für Hitler und die Aufführung), das Ende kommt plötzlich und abrupt. Und trotz der kurzen Laufzeit schleicht sich die ein oder andere Länge ein.
Ganz nett.

FORREST WAR NICHT DER ERSTE IDIOT

Denn vorher war es Steve Martin, der in der wunderbar bekloppten Ausgangssituation als weißes Kind einer schwarzen Familie entscheidet, sein Glück in der Ferne zu suchen und unverhofft zu Reichtum kommt – diesen aber auch genauso unverhofft verliert. Das ist ja alles ganz nett, und stellenweise auch richtig lustig. Dazwischen aber irgendwie auch träge und – so zumindest mein Eindruck – unbeholfen inszeniert, so dass der Film dann etwas Leerlauf hat. Man merkt immer wieder, wie viel ungenutztes Potenzial in „The Jerk“ steckt, vergisst es dann aber wieder kurzzeitig, weil der Hund allen die Show stiehlt.
Amüsant.

VON PLATZENDEN BÄUCHEN UND PRÄMIENGEILEN KOLLEGEN

Ridley Scotts Science-Fiction-Klassiker ist unfassbar zeitlos, obwohl man ihm sein Alter jederzeit ansieht. Doch das ist egal, denn was da an Bord der Nostromo abgeht, ist so spannend inszeniert, dass man da gar nicht drüber nachdenkt. Alles ist durchdacht, nichts wirkt konstruiert, es ist eine glaubwürdige Zukunft, die man präsentiert bekommt. Und wem bitte wird nicht ganz anders bei dem Gedanken, dass ein „Alien“ aus seinem Bauch herausplatzen könnte? Bei der Erstsichtung natürlich wesentlich schockierender als danach, ist der Film (und wird es auch immer sein) trotz dessen ein Klassiker, den man sich (wie hier, in der Original-Fassung) immer wieder ansehen kann – und sollte. Das unterscheidet ihn schon mal massiv von seinem Prequel „Prometheus“.
Super!

UNSER KIND IST EIN WAHNSINNIGER!

Der Gott des Gemetzels zwingt auch die kultiviertesten Gutmenschen dazu, aus der Haut zu fahren und sich wie die Kinder zu verhalten, wegen denen sie sich eigentlich treffen. Wäre ein Stock unter den Requisiten gewesen, es wäre Blut geflossen. Die Redewendung „sich mal ordentlich auskotzen“ bekommt hier eine neue Bedeutung, die Genialität eines Christoph Waltz wird wieder einmal unter Beweis gestellt. Hamstermörder trifft Staranwalt, und das ist schon sehr sehenswert. Wer bei dem Begriff Kino gleich an „Transformers“ oder „Battleship“ denkt, der sollte um „Carnage“ einen weiten Bogen machen, alle anderen dürfen dafür dann aber gerne mit Superlativen um sich werfen und testen was passiert wenn man seine Frau fragt, warum sie nicht schon längst in ein Heim eingewiesen wurde.
Super!

VON COWBOYS & ALIENS

Auf der Suche nach Gold findet so mancher die ganz große Liebe. Um die ganz große Liebe zu erobern, müssen manchmal Kriege geführt werden, mit denen man eigentlich gar nichts zu tun hat. Wenn man da selber nichts mit zu tun hat, und einfach nur zuschaut, kann sowas ja auch Spaß machen, vor allem, wenn es so altmodisch inszeniert und nicht all zu ernst vorgetragen wird wie bei „John Carter“, dem vom Mars. Der ganz große Wurf ist es nicht, der Film wird schnell in Vergessenheit geraten, aber man könnte denken, dass das ja eventuell gewollt ist, da ja auch nicht viel dafür getan wurde, dass man ihn überhaupt wahrnimmt.
Ganz nett.